Manifest vom 23. März – Stimmen des Protests

Wir sind empört über die Migrationspolitik der Schweiz. Und wir sind im Speziellen empört über die Luzerner Migrationsbehörde, wie sie uns mit negativen Asylentscheiden schikaniert. Das Amt für Migration (Amigra) lässt Sans-Papiers die volle Härte der Festung Europa spüren. So zogen zwei von uns kürzlich den Freitod dem Leben in der Illegalität vor. Diese Selbstmordversuche sind gescheitert. Um unsere Trauer und Empörung über die Suizidversuche mitzuteilen, tragen wir heute Stimmen des Protests in Form von Stimmaufnahmen in das Amt für Migration.

Die Gesellschaft und die Migrationsbehörde müssen verstehen, dass Menschen in der Nothilfe keine Kriminellen sind. Wir werden von den Behörden illegal gemacht und müssen darum in einer Situation leben, die kaum zu ertragen ist. Es sind die unwürdigen Notwohnungen und die 10-Franken Gutscheine, die bei weitem nicht zum Leben reichen. Es ist das Verbot einer Arbeit nachzugehen. Es ist ein Leben ohne Ausweis und darum die Unmöglichkeit einer Integration. Und es sind die schikanösen Gespräche auf dem Amigra, die nur dazu dienen, die nächsten Termine unserer Gefängnisstrafen und Bussen mitzuteilen. Diese Situation führt zu grossen psychischen Belastungen. Hat so ein Mensch eine andere Wahl, als sich zu töten, um nicht weiter das schmerzvolle Leben gehen zu müssen? Wir wollen ein Leben in Würde. Ein Leben in der Legalität. Ein Leben ohne Gefängnisstrafen. Ein Leben mit einem regulären Aufenthalt. Solidarisch; Sans-Papiers und Freunde

Aktion WÜRDE STATT HÜRDE

Für Freiheit und Gleichberechtigung