Polizeigewalt gegen Demonstrantinnen und Demonstranten in Luzern

800 friedlich demonstrierende Menschen befanden sich auf dem letzten Stück zum Pavillon, wo Konzerte, Essen und Reden auf sie warteten, als sich gut ein Duzend Polizistinnen und Polizisten in Kampfmontur und ohne eine Verwarnung ausgesprochen zu haben, auf die vordersten Personen stürzte. Die friedliche Menge, darunter viele Kinder und ältere Personen, war mit Musik und Parolen rufend durch Luzern gezogen. Ziel war es, gegen kapitalistische Missstände und für Menschenwürde zu demonstrieren. Dabei wurde die bunte und gut gelaunte Menge wie jedes Jahr von einem Polizeifahrzeug begleitet, einige wenige Polizistinnen und Polizisten waren unterwegs präsent.
Auf der Seebrücke attackierten plötzlich 15 Polizistinnen und Polizisten die Demonstrierenden mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Tränengas. Gleichzeitig sperrten weitere 30 auch in Kampfmontur den Rückweg ab. Die Brutalität, die die Polizistinnen und Polizisten bei ihrem Übergriff an den Tag legten, machte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachlos. Immer wieder schlugen sie mit Schlagstöcken auf schon am Boden liegende Personen ein. Das Tränengas löste bei einigen Personen Atemprobleme aus. Vier Personen wurden verhaftet. Das Schockierende am Polizeieinsatz war die gezielt brutale Art des Übergriffs auf einen friedlichen Demonstrationszug. Die Polizistinnen und Polizisten hatten sich hinter Kastenwägen versteckt und gewartet, bis sich die Menschen auf der Seebrücke befanden.
Die Gruppe Würde statt Hürde verurteilt die erlebte Polizeigewalt, die sich gegen friedliche
Menschen an einer bewilligten Demonstration richtete, auf Schärfste! Weder die Vermummung von einigen wenigen Personen, noch das Zünden von Feuerwerkskörpern legitimiert eine Attacke mit Schlagstöcken und Tränengas, zumal zu keiner Zeit ein aggressives oder Dritte gefährdendes Verhalten beobachtbar war. Der Polizeieinsatz war absolut unverhältnismässig. Die von der Polizei als illegal bewertete Vermummung hätte, wenn schon,
verhältnismässigerweise mit einer Busse abgehandelt werden können. Die Gruppe Würde statt Hürde ist besorgt und empört über das gezeigte Mass an Brutalität und Gewaltbereitschaft seitens der Polizei gegenüber von friedlich demonstrierenden Personen und ist gespannt, wie die Polizei sie zu legitimieren versucht.

Aktion Würde statt Hürde